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Gastbeitrag Fèis Ìle 2018 - Teil 1

Unser Schottland-Trip

 

Die Leidenschaft für Whisky hat drei Freunde zusammengebracht und die Sehnsucht nach Schottland hat uns eine Reise in dieses wunderbare Land planen lassen.

 

Unsere Präferenz lag und liegt eindeutig auf rauchigen Whiskysorten und was liegt da näher, als den Besuch des Landes mit einer Reise zu den Wurzeln dieser Whiskys zu verbinden?

Islay war gesetzt – der Garten Eden für die geschmackliche Verbindung von Rauch, Süße, maritimen Noten und manchmal auch Kräutern.

 

So machten wir uns im Mai 2018 auf, unseren Lieblingsdestillerien einen persönlichen Besuch abzustatten...



Geschrieben von Uli


Wer bin ich?

Foto: Ulrich G.


Guten Tag, ich bin der Verursacher dieses Textes!

 

Gerne möchte ich mich kurz vorstellen:

 

Mein Name ist Ulrich und ich bin am 15.07.1965 am Rande des Münsterlandes geboren.

Von der Ausbildung her bin ich Ingenieur und habe hierüber Kenntnisse zur Herstellung von Whisky

in die Wiege gelegt bekommen.

Das Trinken des "Lebenswassers" kam dann vor ca. 4 Jahren dazu, nachdem ich einen Umweg über "veredelte Zuckerderivate" (Rum) gemacht habe...

Entspannen bei Ardbeg
Entspannen bei Ardbeg

Foto: Jürgen A.


Natürlich fuhren wir mit dem eigenen Auto. Wie sonst sollte jeder von uns seine maximale Whiskymenge von 10 l pro Person wieder heimbringen?

 

 Wir hatten uns vorgenommen, mit leichtem Gepäck zu reisen und nur wärmere Anziehsachen, die auch für Regen geeignet sind, mitzunehmen. Und was wir für ein Wetter vorfanden – dazu später mehr!

 

Die Anreise aus dem Münsterland nach Ijmuiden verlief ohne nennenswerte Geschehnisse. Die Stimmung im Auto war einfach großartig. Drei Freunde mit Aussicht darauf, einen Traum gemeinsam zu erleben. Was soll da die Stimmung verhageln? Der Hafen wurde schnell gefunden und das Einschiffen erfolgte schnell und reibungslos. Zum Glück hatte Jürgen im Vorfeld Abendessen und Frühstück auf der Fähre gebucht. Für den Preis und die Auswahl unbedingt empfehlenswert.

 

Wir schliefen in einer Außenkabine mit Fenster und konnten so zumindest die Tageszeit für uns erleben. Für die ca. 17-stündige Überfahrt war diese Schlafstatt vollkommen ausreichend und dazu noch bezahlbar.

 

Etwa eine Stunde nach dem Ablegen der Fähre und nach dem Genuss einiger Dosen Guinness auf dem Oberdeck, eroberten wir den Duty Free-Shop und probierten uns durch die Welt der Whiskys, bis wir tatsächlich zwei „leckere“ fanden, die wir für den Notfall auf die Insel mitnahmen. Schließlich wollten wir unsere Islay-Beute mit heimbringen. Glenmorangie Signet und Laphroaig Legacy waren die Eroberungen. Gegensätzlicher konnten diese zwei Sorten nicht sein - sie spiegelten aber unsere Offenheit für das Wasser des Lebens - „Uisge Beatha“ - wider.

 

Wir erreichten ausgeruht den Hafen Newcastle-upon-Tyne. Nach drei Passkontrollen mit vielen lächelnden Zollbeamten (wir glauben ja, die wussten, wohin wir unterwegs waren…) und etwa 10 Kreisverkehren, machten wir uns auf den ca. 5-stündigen Weg zur Westküste von Schottland, zum Hafen von Kennacraig. Gute Laune und Männergespräche – natürlich nur über das, was wir zu erwarten hofften – waren unsere Begleiter.

 

Die Landschaft wechselte ständig ihr Gesicht. Felder mit viel Grün, manchmal mit Hügeln. Hinter Glasgow der langgestreckte See Loch Lomond mit den ihn umgebenden Hügeln und Bergen. Unbedingt darauf achten, dass das Navi nicht die Fähre über den Loch Lomond ansteuert. Bei schönem Wetter ist Loch Lomond ein Ausflugsparadies und die Straßen sind dann stark befahren.

Pause in der schottischen Landschaft
Pause in der schottischen Landschaft

Foto: Ingo J.

Von der Ankunft in Schottland bis zu unserer Abfahrt hatten wir Traumwetter. Später erfuhren wir, dass der Mai und der September die höchsten Aussichten auf schönes Wetter auf den Inseln haben.

 

Nun ging es noch einmal auf die Fähre zur Insel Islay. Das Einschiffen und die Überfahrt zum Hafen Port Askaig verliefen wie gewohnt schnell und unkompliziert. Islay hat zwei Häfen, die mit der Fähre angefahren werden: Port Askaig im Nordosten der Insel und Port Ellen im Süden nahe der Destillerien Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg.

Auf der Fähre nach Kennacraig
Auf der Fähre nach Kennacraig

Foto: Ingo J.

Die Unterkunft war ein alleinstehendes Haus und lag direkt gegenüber von Ardbeg. Wir bezogen unsere Zimmer, tranken einen kleinen Dram oder auch 2, wer weiss… - und fielen ermattet ins Bett. Das Klima, die Fahrt und ganz klein wenig der Ankunfts-Dram bewirkten einen gesunden Schlaf.

Unser Cottage auf Islay
Unser Cottage auf Islay

Foto: Jürgen A.

Am nächsten Tag begann unser Traum, wahr zu werden. Tastings, Besichtigungen, Begegnungen mit den Whiskygrößen von Islay und die Open Days lagen vor uns. Nun machte sich die detaillierte Vorarbeit von Ingo voll bezahlt. Minutiös waren Destillerietouren und Tastings geplant. Wie sich herausstellte, war dies auch sehr wichtig, um unsere knappe Zeit mit so viel Sehens-, Erlebens- und Schmeckenswertem wie möglich auszukosten.

 

Unseren Taxifahrer haben wir glücklicherweise direkt am ersten Tag für die nächsten drei Tage verpflichtet (es gibt auf Islay nur eine sehr begrenzte Anzahl an Taxen und die zu bekommen ohne Reservierung… - na ja, nur zaubern ist schwieriger!). Schließlich waren wir zum Tasting hier und die Destillerien lagen bis zu 45 Minuten Autofahrt von uns entfernt...

Unseren Taxifahrer hatten wir für fast alle Fahrten gebucht
Unseren Taxifahrer hatten wir für fast alle Fahrten gebucht

Foto: Ingo J.


Vorschau auf Teil 2

 

 

Sonntag, 27.05.2018, erster Tag auf Islay

 

Heute stand als Erstes der Besuch bei Laphroaig auf dem Plan.

 

Laphroaig wurde offiziell 1815 von den Brüdern Donald & Alex Johnston gegründet und liegt direkt am Meer in einen kleinen Bucht, knapp 2,5 km von Port Ellen entfernt...




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